Mit Sport gegen Schnupfen

Eine neue US-amerikanische Studie liefert nun den wissenschaftlichen Beweis für etwas, das viele Menschen bereits vermuten: Wer regelmäßig Sport treibt, bekommt im Herbst und Winter seltener eine Erkältung.

Die Forscher wählten für ihre Studie 1002 Versuchspersonen aus, die zwischen 18 und 85 Jahre alt waren, und beobachteten sie über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Neben ihren Bewegungsgewohnheiten und der subjektiven Einschätzung ihrer Fitness mussten die Versuchsteilnehmer auch über ihren Lebensstil, die Ernährung und stressige Erlebnisse in der letzten Zeit Auskunft geben.

Unter körperlicher Bewegung verstanden die Wissenschaftler dabei alles, was länger als zwanzig Minuten dauerte und entweder den Herzschlag erhöhte, die Probanden ins Schwitzen brachte oder ihre Atemfrequenz beschleunigte. Dazu gehörten neben Radfahren, Schwimmen, Jogging und Walking auch Aktivitäten wie Treppensteigen oder schwere Gartenarbeit.

Wie häufig sich die Versuchsteilnehmer bewegten und wie fit sie sich selbst einschätzten, zeigte den statistisch bedeutsamsten Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand, entdeckten die Forscher. Die sportlich Aktiven hatten nicht nur knapp halb so viele Krankheitstage wie die Unsportlichen, auch die Symptome ihrer Erkältungen waren um 32 bis 41 Prozent schwächer ausgeprägt.

Durch die Bewegung zirkulieren vermehrt Immunzellen im Körper, begründen die Forscher den Effekt. Auch wenn diese Wirkung nur für ein paar Stunden anhalte, erhöhe sie die Wahrscheinlichkeit, dass der Organismus schädliche Viren und Bakterien entdeckt und abtötet. So könne die Anzahl und die Schwere von Infektionskrankheiten, wie eben einer Erkältung, verringert werden.

Die Wissenschaftler verweisen allerdings auch auf frühere Studien, die vor einem übertriebenen Training warnen: Während regelmäßige Bewegung in Maßen sich positiv auf die Gesundheit auswirke, habe zu intensives Training eher negative Effekte auf das Immunsystem und steigere die Wahrscheinlichkeit, sich eine Infektion zuzuziehen.


Quelle: David Nieman (Appalachian State University, Kannapolis) et al.: British Journal of Sports Medicine, doi: 10.1136/bjsm.2010.077875, dapd/wissenschaft.de – Meike Simann - 02.11.2010 - Gesundheit.