Männer mit niedrigem Testosteronspiegel sterben früher

Seit langem ist bekannt, dass ein Mangel des Sexualhormons Testosteron die Gesundheit negativ beeinflussen kann. Die Ergebnisse einer neuen Studie gehen aber weit darüber hinaus: Demnach sterben Männer mit niedrigem Testosteron-Spiegel sogar früher.

Greifswald – Männer mit einer niedrigen Testosteronkonzentration sterben häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumorerkrankungen als Männer mit einer physiologischen Konzentration dieses Sexualhormons. Zu diesen Ergebnissen kamen Forscher um Prof. Dr. Henri Wallaschofski von der Universität Greifswald in der Zeitschrift European Heart Journal.

Es gibt einen relevanten Zusammenhang zwischen dem Sexualhormon Testosteron und der Sterblichkeit bei Männern“, sagte der Professor. Als wichtigstes männliches Sexualhormon sei Testosteron für viele körperliche und psychische Vorgänge beim Mann verantwortlich.

Bei ihren Untersuchungen mit Rund 2.000 männlichen Probanden im Alter von  20 bis 79 Jahren,  konnten die Wissenschaftler zudem nachweisen, dass Männer mit einem niedrigen Testosteron-Spiegel häufiger an Fettleibigkeit, Störungen des Fettstoffwechsels, Leberverfettung, Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes erkranken als Männer mit einem normalen Testosteronspiegel.

Nach dem Angleichen weiterer Risikofaktoren wie beispielsweise Bauchumfang und Rauchen, erhöhte sich die Sterberate der Studienteilnehmer mit einem Testosteronspiegel unter 8,7nmol/l signifikant. Aufgrund ihrer Ergebnisse sind die Forscher der Ansicht, es sei notwendig, den Testosteron-Spiegel in das allgemeine Gesundheitsscreening zu integrieren.

Der Experte forderte, das Problem ernst zunehmen – doch warnte er gleichzeitig davor, sich ohne ärztliche Aufsicht (Endokrinologen, Andrologen) Testosteron zuzuführen. Ebenso sinnvoll sei es, den Lebenswandel positiv zu beeinflussen, um etablierten Risikofaktoren wie Übergewicht, Leberverfettung oder Diabetes, die mit einem schnellem Abfall oder niedriger Testosteronkonzentration im Blut in Verbindung stehen, vorzubeugen: Dazu zähle ausreichende Bewegung, wenig Alkohol und eine ausgewogene Ernährung!

 

Quelle: http://eurheartj.oxfordjournals.org (Zusammengetragen von Dipl. Trainer R, Klemenczak).Weitere Informationen unter: ärtzeblatt und welt online.