Doping und Klassische Musik

Kaum einer redet drüber. Dabei ist das Doping in der Musik längst Alltag. Solisten nehmen Betablocker, um ihre Angst in den Griff zu bekommen, einige Tenöre nehmen Cortison, um die Stimme in die Höhe zu schrauben, und Alkohol ist gang und gäbe.

Klassische Musiker nehmen Dopingmittel zu sich.
Die Angst ist zu einem großen Faktor geworden, so dass fast jedes Mittel recht scheint, um den Erwartungen gerecht zu werden. Für gewöhnlich sind es die sog. Betablocker, um ihr Lampenfieber in den Griff zu bekommen.

Dieses Medikament senkt den Puls und Blutdruck, was wiederum die körperlichen Auswirkungen des Stresses verringert.
Es hat sich gezeigt, dass die Qualität einer musikalischen Vorführung sich verbessert, wenn der Musiker diese Medikamente einnimmt.

Obgleich klassische Elitemusiker wohl ebenso im Wettstreit liegen, wie Elitesportler und die Entlohnung ähnlich ist, haftet dem Gebrauch dieser Dopingmittel kein Makel an. Der Wettbewerb zwischen Elitemusikern unterliegt Richtlinien – sie können nicht das Violinenspiel einer Hintergrund CD imitieren. Aber es gibt keine Richtlinien gegen den Gebrauch von chemischen Leistungsverbesserern.


Quelle: Sport und Training, American Journal of Medicine 1982, Bd. 72, S. 88–94