Maximalkrafttraining für Läufer

  • von: Rafael
  • am: 24.11.2009 13:58:24
  • in der Kategorie: Sport
Nur sehr wenige Läufer machen ergänzend zu ihrer Disziplin ein ergänzendes Krafttraining. Diejenigen, die ein Krafttraining machen, beschränken sich dabei meist auf Übungen für die Rumpf- und Stützmuskulatur.


Die Wahrscheinlichkeit, einen Läufer bei einem wirklich schweren Beintraining anzutreffen, ist wahrscheinlich so hoch wie die Chance auf einen Benzinpreis von unter einem Euro.

Selbst wenn man einen Läufer dann doch bei einem Training für die Beine entdeckt, spielt sich dieses höchstwahrscheinlich im Kraftausdauerbereich ab. Die Logik dahinter lautet häufig: Wenn ich lange laufen will, dann muss ich vor allem eine hohe Kraftausdauer haben. Was zunächst richtig klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als falsch. Denn vor allem die Maximalkraft trägt dazu bei, kraftsparend laufen zu können. Das ist folgendermaßen zu erklären:

Bei einer Ausdauerleistung setzt unser Körper immer einen bestimmten Prozentsatz der zur Verfügung stehenden Maximalkraft ein. Wird nun durch ein Training die Maximalkraft erhöht, wird bei gleichem Krafteinsatz wie zuvor der Körper insgesamt weniger gefordert. Das eben Gesagte gilt vor allem für gute Läufer, da diese am meisten hinsichtlich ihrer Laufgeschwindigkeit und Laufökonomie von einem Maximalkrafttraining für die Beine profitieren.

Wer den oben gemachten Ausführungen keinen Glauben schenkt, wird sich vielleicht durch eine wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Thema überzeugen lassen. An einer neuen Untersuchung (Med Sci Sports Exerc. 2008 Jun;40(6):1087-92.) nahmen gut trainierte Läufer teil. Die einen trainierten weiter nur ihr übliches Programm, während die anderen zusätzlich ein Maximalkrafttraining für die Beine absolvierten. Dieses bestand lediglich aus vier Sätzen Kniebeugen zu je vier Wiederholungen, dreimal die Woche. Nach acht Wochen war die Krafttrainingsgruppe nicht nur stärker, sondern hatte auch ihre Laufökonomie und ihre Zeit bis zur Erschöpfung verbessert. Also, Läufer: Ran an die Eisen!


Quelle: Gesellschaft für Ernährungsforschung E.V., Training–Bodybuilding–Fitnesscoaching; Harald Gärtner; 062008.