Sind Süßstoffe gesundheitsschädlich und Krebs erregend?

Der Chemiker Konstantin Fahlberg entdeckte im Jahr 1889 zufällig den ersten Süßstoff – das Saccharin. Weltweit verwenden täglich mehr als 800 Millionen Menschen Süßstoffe.


Seit einiger Zeit stehen Süßstoffe im Verdacht, einen negativen Effekt auf die Gesundheit zu haben. Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk auf die angebliche Krebs auslösende Wirkung der Zuckerersatzstoffe.  In keinem Fall konnte diese Wirkung jedoch auf die üblicherweise verzehrte Menge an Süßstoffen bestätigt werden.

Außerdem ist es undenkbar, dass in der Europäischen Union Stoffe zugelassen werden, die die Gesundheit der Europäer gefährden könnten. Auch die Weltgesundheitsorganisation hält Süßstoffe nicht für schädlich, einige Süßstoffe haben sogar den GRAS-Status (generally recognized as safe) – sie sind also föllig unbedenklich.

Was sind eigentlich Süßstoffe? Das sind synthetische oder natürliche Verbindungen, die sich durch einen intensiv süßen Geschmack auszeichnen. Sie werden der Gruppe der Lebensmittelzusatzstoffe zugeordnet. Um als Lebensmittelzusatzstoff von der EU zugelassen zu werden, müssen sich die Substanzen einem strengen Prüfverfahren unterziehen. Es muß zunächst festgestellt werden, dass ein Stoff gesundheitlich unbedenklich ist, bevor er in unsere Lebensmittel gelangen darf.

Energetisch gesehen handelt es sich bei Süßstoffen um kalorienarme Substanzen. Einige von ihnen haben gar keinen Nährwert. Die meisten Süßstoffe werden vom Körper unverändert ausgeschieden und haben nur die Aufgabe, einen süßen Geschmack hervorzurufen. Süßstoffe sollten nicht mit Zuckeraustauschstoffen verwechselt werden, denn diese sind Kohlenhydrate, die im Körper einen Einfluss auf die Insulinproduktion haben und von Diabetikern, im Gegensatz zu den „echten“ Süßstoffen, in die Brennwertberechnung mit einbezogen werden müssen.

Die vier prominentesten Süßstoffvertreter sind Aspartam, Cyclamat, Saccharin und Acesulfam-Kalium. Oftmals wird behauptet, dass Süßstoffe künstlich seien. Dabei wird der Süßstoff Thaumatin aus einer tropischen Frucht, Neohesperidin Dihydrochalkon aus den Schalen von Bitterorangen und Aspartam aus Eiweißbausteinen gewonnen.


Quelle: Prof. Dr. Michael Vogt, Sven-David Müller, Doreen Nothmann, ISBN 3-89993-511-X